Kirche_im_Dialog

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Kid aktuell

Es geht um Menschen: um den Schutz ihrer Würde, um ihre Rechte, um ihre Gesundheit, ihr Leben.

Es geht um den Schutz der Natur: Wir alle sind auf eine intakte Natur angewisen, auf sauberes Trinkwasser, auf einen nachhaltigen Schutz der Erde, der Pflanzen und Tiere, des Klimas – eine intakte Natur ist unser aller Lebensgrundlage.

Es geht um Verantwortung: Wir müssen für unser Tun Verantwortung übernehmen. Das ist die Grundlage von Ethik und damit ein Grundanliegen eines aufgeklärten christlichen Glaubens.

Es geht um eine nachhaltige Wirtschaft: Eine globalisierte Wirtschaft muss global Verantwortung übernehmen. Nur eine nachhaltige Wirtschaft ist ethisch vertretbar. Nur eine nachhaltige Wirtschaft hat Zukunft – wenigstens das sollten wir aus Swissairgrounding und Bankenkrisen etc. der letzten Jahre gelernt haben.

Die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) verlangt, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz auch im Ausland Menschenrechte respektieren und Umweltstandards einhalten – eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Kirche im Dialog engagiert sich seit über 40 Jahren für «Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung». Deshalb unterstützen wir die Konzernverantwortungsinitiative. 

Sehr viele Gründe sprechen dafür. Einige finden sie in diesem Newsletter. 

Herzliche Grüsse

Kirche im Dialog
Angela Büchel Sladkovic, Miriam Helfenstein, Irene Neubauer (offene kirche bern), Tabea Aebi, Doris Disch und André Flury


Christliche Hilfswerke 

Christliche Hilfswerke wie Caritas, Fastenopfer oder Brot für alle setzen sich seit Jahrzehnten für die Menschenwürde und -rechte ein. Sie erleben hautnah, wie schädlich der Einfluss von profitgierigen Konzernen und korrumpierten Regierungen in vielen Ländern ist.

Fastenopfer unterstützt die Konzernverantwortungsinitiative, weil sie ein wirksames Mittel ist, um Menschenrechte und Umwelt zu schützen.

Warum dies so ist, sagt – stellvertretend für viele – die Rechtsanwältin und Ordensschwester Nathalie Kangaij: Sie engagiert sich in der Minenstadt Kolwezi im Kongo

Auch Bürgerliche für KVI

Wer ehrlich und nachhaltig wirtschaftet, kann die Konzerninitiative auch aus Sicht von Unternehmen mit guten Gründen befürworten.

Das tun bereits 500 Bürgerliche öffentlich, unter anderem Peter Bieri (Alt-Ständeratspräsident CVP), Marianne Streiff (Nationalrätin EVP), Martin Landolt (Parteipräsident BDP) oder Beatrice Wertli (CVP Bern).


Gemeinsam setzten sie sich aktiv für ein JA ein, denn für sie ist Verantwortung die Grundlage einer freien Wirtschaft.

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Schweizer Entwicklungsökonom*innen pro KVI  

15 Professor*innen für Entwicklungsökonomie von sieben Schweizer Universitäten unterzeichneten eine Stellungnahme zur KVI von Katharina Michaelowa, Professorin für Politische Ökonomie und Entwicklungspolitik an der Universität Zürich, u.a. mit folgenden Aussagen:

- Die Privatwirtschaft ist ein entscheidender Motor der Entwicklung und der Armutsbekämpfung – aber nur, wenn dabei grundlegende Menschenrechte wie der Schutz von Leib und Leben gewährleistet sind und keine groben Verletzungen des natürlichen Lebensumfelds damit einhergehen.

- Ohne klare Haftungsregeln werden immer wieder einzelne Unternehmen mit ihrer Tätigkeit grossen entwicklungspolitischen Schaden anrichten, insbesondere dann, wenn ihre Machtposition im betroffenen Land gross und die Regierung schwach ist.

- Die Konzernverantwortungsinitiative sorgt für die Einhaltung der elementaren Spielregeln durch alle Schweizer Unternehmen und schafft so faire Wettbewerbsbedingungen.– Die Konzernverantwortungsinitiative trägt zur Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit bei.

- Schon kleine, kostengünstige Massnahmen können in Entwicklungsländern erhebliche Verbesserungen der Umwelt- und Arbeitssituation bewirken. Angesichts der hohen Kosten einer Standortverlegung ist nicht mit einem Rückzug von Schweizer Konzernen aus Entwicklungsländern zu rechnen. Zudem ist ein Wegzug oft nicht möglich, weil die Tätigkeit an die Gewinnung lokaler Rohstoffe gebunden ist. Somit ist nicht mit einem Verlust an Arbeitsplätzen zu rechnen.

(Quelle: Bericht von Armin Müller, Tages Anzeiger vom 15.11.2020).

Vier Rechtsexperten kritisieren Bundesrat für «juristisch unhaltbare Aussagen»

In der NZZ vom 18.11.20 ist eine aufschlussreiche Stellungnahme von vier renommierten Experten aus verschiedenen Rechtsgebieten erschienen.

Sie zeigen sich besorgt, dass nicht nur die ablehnenden Wirtschaftsverbände, sondern selbst der Bundesrat mit juristisch unhaltbaren Aussagen für Konfusion sorgen.

Sie widerlegen zudem gleich eine ganze Reihe der prominentesten «Gegenargumente»: Es gibt keine
«KMU-Betroffenheit«, keine «einzigartige Haftung», keine «Beweislastumkehr».

Die vier Rechtsexperten können auf jahrzehntelange akademische und praktische Erfahrung zurückgreifen, wenn es um Fragen von grenzüberschreitenden Zivilprozessen, der Rolle des Bundesrats in Abstimmungskämpfen, der Organisation eines aktienrechtlichen Konzerns oder des Haftpflichtrechts geht

NZZ, 18.11.2020


Kirchen für Konzernverantwortung 

Die Unterstützung in den Kirchen für die Konzernverantwortungsinitiative ist sehr breit: Über 650 Kirchgemeinden, verschiedene christliche Organisationen und nationale Gremien unterstützen das Anliegen der Initiative. Auch die Schweizer Bischofskonferenz teilt die Sorgen der Initiant*innen der KVI.

Bischof Felix Gmür erlebte auf seiner letzten Reise in Kolumbien die zerstörerischen Auswirkungen des Minenbaus.

Die Schweizer Bischofskonferenz sowie die Evangelische Kirche der Schweiz begründen ihre Haltung in dem Schreiben «Wirtschaft braucht Menschenrechte»


Berner Kirchen für Konzernverantwortungsinitiative

An über 20 Kirchtürmen im Raum Bern hängen inzwischen Fahnen zur Konzernverantwortungsinitiative.

Auch der Pastoralraumleiter Patrick Schafer und der Leitende Priester Ruedi Heim der Katholischen Kirche Region Bern befürworten Anliegen der Initiative:

«Es geht darum, Verantwortung wahrzunehmen. Es muss möglich sein, Konzerne mit Sitz in der Schweiz zur Rechenschaft zu ziehen, wenn sie ihre Verantwortung im Ausland nicht wahrnehmen.»

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Papst Franziskus

Die Katholische Kirche ist ein «Globalplayer». Sie hat unter anderem viele Mitglieder in Lateinamerika und wächst weltweit am stärksten in China. – Kontinente/Länder in denen Umweltzerstörung (z.B. Tropenwald) und Menschenrechtsverletzungen gravierend sind.


Papst Franziskus kennt das. In einer Videobotschaft ruft er zu Umkehr von diesem falschen Verhalten auf: Zu weltweiter Solidarität, einer Wirtschaft, die für den Menschen da ist (und nicht umgekehrt) sowie zur Bewahrung der Schöpfung.

Videobotschaft


Kirchen haben «das Recht, wenn nicht gar die Pflicht»

Das Engagement der Kirchen für die Konzernverantwortungsinitiative hat in den vergangenen Wochen zu Diskussionen geführt.

Politikwissenschaftler und Zeithistoriker Antonius Liedhegener (Universität Luzern) betont im Interview:

«Die Kirchen sind Teil unserer Zivilgesellschaft. Sie haben das Recht, wenn nicht gar die Pflicht, sich an öffentlichen Debatten zu beteiligen.» mehr

Daniel Kosch (Generalsekretär der Römisch-katholischen Zentralkonferenz) verweist auf die einzig wesentliche Frage: Dient die KVI den Menschenrechten und dem Schutz der Umwelt? Wenn ja, müssen Kirchen dafür sein. mehr



glaubenssache-online

Wir versuchen zu zeigen, wie aktuell biblische Texte und christlicher Glaube sind.

Ein Beitrag von André Flury macht deutlich, dass biblische Prophet*innen immerschon politisch aktiv waren, indem sie Unrecht und Herrscher kritisierten:

Biblische Prophet*innen – Gottes Stimme(n)

Angela Büchel Sladkovic beschreibt in zwei Beiträgen das sozial-ethische und umweltpolitische Anliegen von Papst Franziskus:

Der Schrei der Armen und der Erde – Laudato Si’ (I)

«…dass die Dinge sich ändern können» – Laudato Si’ (II)

Bildnachweise: Nathalie Kangaij: fastenopfer.ch; vier Bürgerliche: buergerliches-komitee.ch; Keller-Suter: Ausschnitt von commons.wikimedia.org/wiki/File:Karin.Keller-Sutter.2013.jpg; Katharina Michaelowa und Antonius Liedhegener: Unilu, zvg; Papst Franziskus: Vatican News; glaubenssache-online: unsplash.com



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